Spendenkeiler / Drückerkolonnen werden immer dreister, und sie vermehren sich wie die Schmeißfliegen

Typischer "Keilerstand" - hier in der Fußgängerzone Verden/Aller - so erweckt man den Eindruck, von einer seriösen Organisation zu sein. Tatsächlich wird man aber getäuscht, es sind "Keilerstände" von s.g. Fundraising Agenturen, die mit der Masche unglaublich viel Geld machen.
Fotosammlung von Fotodesign Schrittesser und Reportagefotos von a]dabei international...

Wie im Drogenrausch wirbt man wild gestikulierend und etwas laut schreiend

Man schlendert ganz relaxt durch irgendeine Fußgängerzone in Deutschland. Mit dem „relaxt sein“ kann es aber ein jähes Ende nehmen, wenn irgendwelche dubiose „Spendenkeiler“ den Spaziergang ganz brutal unterbrechen. Laut schreiend, oder mit den Händen irgendwie sinnlos herum fuchtelnd, als ob man unter Drogen steht. So werden zufällig vorbeigehende „Opfer“ malträtiert, und offensichtlich auch derbe angelogen. Warum ein jeder in Deutschland, der/die sich über dubiose Spendensammlungen an der Haustür, oder auch auf der Straße belästigt fühlt, Strafanzeige machen müsste.

Harald Schrittesser

Wie viele Bürger und Bürgerinnen nerven sich eigentlich inzwischen über die Nonstop-Spendensammelaktionen auf der Straße oder auch vor der Haustür? Und vor allem: Wie viele sind den unglaublich dreisten und auch aufdringlichen „Wohltätigkeits-Räubern und -Räuberinnen“ eigentlich schon auf den Leim gegangen? Trotzdem bleiben die Behörden in den meisten Fällen recht passiv, könnte ja etwas Arbeit auf sie zukommen, und das kommt in den zuständigen Amtsstuben offensichtlich nicht so gut an. Munter werden von den verschiedenen Stadtverwaltungen entsprechende Genehmigungen ausgestellt, und erstaunlicher Weise einige sogar so, dass die „Keiler“ bis 20 Uhr die Fußgängerzonen unsicher machen dürfen. Es bleibt einem also nichts anderes übrig, als selbst die Initiative zu ergreifen. Nur wie geht man am besten dabei vor? Vielen Menschen ist ja gar nicht klar, dass solche Spendenkampagnen rechtlich mehr als auf wackligen Beinen stehen.

Briefing während der Sammelaktion. Der „Chef“ des Standes (r.) instruiert eine Mitarbeiterin (l.), und schimpft ganz übel über Passanten die nicht „Spendenwillig“ waren. (Audioaufnahmen liegen uns vor)

Auch in „Zivilkleidung“ wird gnadenlos gekeilt

Wobei hier ausdrücklich diejenigen gemeint sind, die von Sammelfirmen (Fundraising-Agenturen) im Namen der Hilfsorganisationen oder Firmen (wie z.B. Rotes Kreuz, Unicef, SOS Kinderdörfer, Vodafone, World Vision, Greenpeace, der WWF, der Arbeiter-Samariter-Bund, und viele andere mehr) durchgeführt werden. Das ist aber bei den meisten Sammelaktionen auf der Straße/vor Haustüren der Fall! Das (rechtliche) Problem: Bei den Aktionen wird der Eindruck erweckt, als würden sie von den Hilfsorganisationen selbst durchgeführt. Dabei sind es ja eben Sammelfirmen,  denen es gar nicht um den guten Zweck geht, sondern im Gegenteil nicht nur um Aufwanddeckung, sondern zusätzlich um mit Spendengeld bezahlten Profit. Aus irgendeinem Grund heißt es nun aber bekanntlich „Non-Profit-Sektor“; da Gewinn sich im gemeinnützigen Bereich nicht rechtfertigen lässt. Die Agenturen verrechnen sich also ungerechtfertigterweise Überschüsse, bzw. eben „Gewinn“ für die eigene Tasche. So ist der Oberboss von „Appco“, der neben den „DialogDirect“-Netzwerken größten Face to Face-Fundraisingagentur der Welt, z.B. Milliardär geworden – mit Spendengeld wohlgemerkt.

Mitten in der Fußgängerzone und vor einem gut besuchten Drogeriemarkt. Die Standorte werden bewusst so gewählt um möglichst viele Opfer zu bekommen

Als Angesprochene/r wird man demzufolge völlig irregeführt, was letztendlich zu einer eher aufgezwungenen Mitgliedschaft führt. Es hat sich nämlich in der Vergangenheit gezeigt, dass die Mehrzahl der Leute gar nicht mitmachen würde, wenn diese zuvor korrekt über das Arbeitsverhältnis, bzw. die Tatsache, dass hier eben kommerzielle Werbefirmen am Werk sind, informiert worden wären. Da es sich in diesem Sinn offensichtlich um „arglistige Täuschung“ handelt, welche laut Strafgesetzbuch zu den Betrugsformen zählt, so könnte jedermann und -frau eine Strafanzeige bei der örtlicher Polizei oder Staatsanwaltschaft einreichen, und zwar wegen „Betrugs“ aufgrund „arglistiger Täuschung“.


 


Ein sehr gelungener „Undercover-Beitrag“ vom investigativen Rechercheformat „STRG-F“ des Norddeutschen Rundfunks (NDR) mit dem Titel: „Spendensammler undercover – Schuften und Schleimen für WWF & Co“ (Quelle: NDR)



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